Bilder: http://picasaweb.google.es/marc.buergi/ChugchilanQuilotoa#
Seit unserem letzten Eintrag haben wir wieder viel erlebt. Am 14. Oktober fuhren wir von Latacunga mit dem Bus ins kleine Dorf Chugchilan, das genau in der Haelfte des Quilotoa Loops liegt. Dort wurden wir im Hostal Cloud Forest (www.cloudforeshostal.com) vom Besitzer Jose Luis und seiner Frau herzlich aufgenommen. Wir fuehlten uns sofort wie zu Hause. Jose Luis kuemmert sich persoenlich um seine Gaeste, fragt jeden Abend nach den Plaenen fuer den naechsten Tag, erlaeutert die Route und organisiert Transporte.
Am ersten Tag liessen wir uns zur Lagune von Quilotoa fahren, welche sich in einem Vulkankrater auf knapp 4000 m.ue.M. befindet. Die Aussicht vom Kraterrand auf den blauen See hinunter ist einmalig. Nach einigen Photos machten wir uns auf den Weg dem Krater entlang. Vor uns lagen rund 5 Stunden Wanderung hinunter nach Chugchilan. Da die Wegweiser fast alle fehlten (dafuer fragten uns unterwegs alle, ob wir denn nicht einen Fuehrer braeuchten), suchten wir uns unseren eigenen Weg und machten einige zusaetzliche Hoehenmeter und Etappen querfeldein ganz nach dem Motto, warum denn einfach wenns auch kompliziert geht. Die Wanderung war ganz schoen anstrengend, aber wunderschoen. Und nachdem wir auch noch den endlos scheinenden Schlussaufstieg aus dem Canyon nach Chugchilan geschafft hatten, waren wir schon etwas stolz auf unsere sportliche Leistung und das leckere Nachtessen auf jeden Fall verdient.
Am zweiten Tag machten wir uns wiederum zu Fuss auf zum kleinen Nebelwald. Nach einem Aufstieg von rund einer Stunde kamen wir im Waldstueck an. Von Nebel war zunaechst nichts zu sehen, dafuer gab es ganz viele Orchideen, eine ueppige gruene Vegetation und einen kleinen Bach mit Wasserfaellen zum Entdecken. Waehrend wir durch den Wald kletterten begann es ploetzlich zu Regnen und Nebel stieg auf. Die Baeume und Buesche wurden in Watte gepackt und der Wald tatsaechlich zum Nebelwald. Faszinierend dieser rasche Wechsel! Wir liessen uns vom Nebel nicht verwirren und fanden muehelos den Weg wieder heraus und an Schafen und Schweinen vorbei zurueck zu unserem Hostal.
Dort liessen wir uns von Jose Luis mehr ueber sein Dorf erzaehlen, das eines der aermsten der Region ist. Jose Luis ist ein sehr interessanter und angenehmer Gespraechspartner und steckt voller Ideen und Energie. Er ist einer der ganz wenigen im Dorf, die ein Studium absolviert haben und etwas weiter denken als nur gerade bis zum naechsten Tag. Er erzaehlte uns von seinen Plaenen fuer die Entwicklung des Dorfes. Als Praesident des Elternrates der Schule sucht er Volontaere als Englisch- und Informatiklehrer, da sie in der Schule zwar sieben Computer haben, aber niemanden der sie bedienen kann, und da sie nur einen Englischlehrer haben, der selber kein Englisch spricht. Weiter beabsichtigt er, die Produkte aus dem Dorf besser zu vermarkten, um den Bauern die Erwirtschaftung von Einkommen zu ermoeglichen. Seine Plaene ueberzeugten uns sehr und wir sagten Jose Luis zu, ihn bei den Bemuehungen fuer sein Dorf zu unterstuetzen. Als erstes haben wir uns zum Ziel gesetzt, die benoetigten Lehrer fuer Chugchilan zu finden. Falls Euch dies interessiert, lest doch bitte die separate Ausschreibung durch oder gebt diese an Interessierte weiter. Was danach kommt, ist noch offen. Wir sind jedenfalls entschlossen, uns langfristig fuer Chugchilan zu engagieren, da wir spueren, dass dort konkrete und sinnvolle Hilfe moeglich und erwuenscht ist, und dass diese dank Jose Luis auch wirklich am richtigen Ort eingesetzt wird. Wir werden Euch auf dem Laufenden halten...
Esther & Marc
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